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Krieg / Invasion @ Italien — was die Seher sahen

Das Undenkbare: ein Papst auf der Flucht

Achte auf zwei Bilder, die immer wiederkehren: die Ewige Stadt, die fällt – und einen Papst, der flieht. Acht Seher richten den Blick auf dasselbe Land, Italien, und viele von ihnen auf dieselbe Stadt: Rom. Am Ende steht die Frage, die diese Reihe trägt: Haben sie geträumt – oder haben sie ein Muster gesehen, das sich seit zweitausend Jahren wiederholt?

Was die Seher sahen

Beginnen wir früh. Der Priester Bartholomäus Holzhauser beschreibt in einer Vision, die über das siebzehnte Jahrhundert hinausweist, den Sturz einer ganzen Ordnung. Rom – zerrissen. Das ist der Anfang einer langen Kette.

Italien im Blick vieler Seher – Rom als leuchtende Mitte.
Italien im Blick vieler Seher – Rom als leuchtende Mitte.

Unter den Flügeln dieses räuberischen Adlers wird das römische Reich zerrissen werden. Weil viele um den Vorrang streiten, wird alles gestürzt werden.

Bartholomäus Holzhauser

Die französische Mystikerin Marie-Julie Jahenny, deren Botschaften bis in die erste Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts reichen, wird noch deutlicher. Sie spricht direkt von der „armen, Ewigen Stadt“, die einem beständigen Schrecken ausgeliefert sein werde. Die Ewige Stadt – das ist Rom. Dreieinhalb Jahre Schrecken.

Der Petersdom vor rissigem Himmel – ein wiederkehrendes Bild.
Der Petersdom vor rissigem Himmel – ein wiederkehrendes Bild.

Die arme, Ewige Stadt wird während dreieinhalb Jahren einem beständigen Schrecken ausgeliefert sein, von einem zweiten Herrscher nach dem gegenwärtig Regierenden.

Marie-Julie Jahenny

Und dann der Mann, den hier viele kennen: Alois Irlmaier, der bayerische Brunnenbauer. In seiner berühmten Schilderung des großen Krieges hält er auch über Italien nicht inne. Da ist es: der fliehende Papst. Die getöteten Priester. Die einstürzenden Kirchen.

Geistliche verlassen die Stadt – ein leerer Stuhl bleibt zurück.
Geistliche verlassen die Stadt – ein leerer Stuhl bleibt zurück.

Und in Italien gehts bös her. Da bringen's viel Leut um, und der Papst kommt ihnen aus, aber viel Geistliche wern umbracht, viele Kirchen stürzen ein.

Alois Irlmaier

Jetzt häuft es sich. Der norwegische Seher Anton Johansson sieht es nüchtern: große Zerstörungen in Italien, dadurch viele Obdachlose. Ein deutscher Feldpostbrief aus dem Jahr 1914 gibt die Worte eines „sonderbaren Heiligen“ wieder: Italien werde furchtbar zugerichtet. Der Waldviertler Bauer aus Krems beschreibt einen Bürgerkrieg in Italien und den Marsch fremder Truppen durch Kärnten. Und Bruder Adam, dessen Schauung 1988 aufgezeichnet wurde, schließt den Kreis zum Papst. Ganz nah an unserer Zeit sieht Hans-Jürgen Ewald, 1995, Italien eingebettet in einen größeren Zusammenbruch – mitten im großen Sturz.

Einstürzende Kirchen – ein Bild, das mehrere Seher teilen.
Einstürzende Kirchen – ein Bild, das mehrere Seher teilen.

Feindliche Armeen werden gemeinsam in Griechenland und in Italien einfallen. Der Heilige Vater muß fliehen – und Kardinäle und Bischöfe werden zum Opfer fallen.

Bruder Adam (1988)

Der Abgleich: Rom, die fallende Mitte

Legen wir es zusammen. Acht Seher – Holzhauser, Marie-Julie Jahenny, Irlmaier, Johansson, der Feldpostbrief, der Waldviertler, Bruder Adam, Ewald. Verschiedene Länder, verschiedene Jahrhunderte. Und doch laufen ihre Bilder in zwei Punkten zusammen, die man nicht überhören kann.

Acht Zeugen, verschiedene Epochen – eine gemeinsame Mitte.
Acht Zeugen, verschiedene Epochen – eine gemeinsame Mitte.

Der erste Faden: Rom, die Ewige Stadt, fällt. Das römische Reich wird zerrissen, sagt Holzhauser; die arme, Ewige Stadt steht unter Schrecken, sagt Jahenny; furchtbar zugerichtet, sagt der Feldpostbrief; Bürgerkrieg, sagt der Waldviertler. Immer wieder dieselbe Mitte, die einstürzt. Der zweite, noch dichtere Faden: der Papst flieht, und die Kirche wird angegriffen. Irlmaier und Bruder Adam, zweihundert Jahre auseinander, zeichnen fast wortgleich dasselbe Bild eines fliehenden Papstes. Das ist kein Beweis – aber eine Übereinstimmung, die zum Nachdenken zwingt.

Der Grenzwissen-Winkel: das Muster vom Fall Roms

Und hier wird es spannend. Denn dieses Bild – Rom, das fällt – ist in der Geschichte nicht neu. Es ist ein wiederkehrendes Muster. Im Jahr 410 plünderten die Westgoten Rom; das alte Reich war am Ende. 1527 kam der „Sacco di Roma“, die Plünderung durch kaiserliche Truppen, und der Papst musste sich in der Engelsburg verschanzen. Immer wieder war Rom der Punkt, an dem sich der Umbruch einer ganzen Epoche entlud.

410, 1527 … die Form scheint sich zu wiederholen.
410, 1527 … die Form scheint sich zu wiederholen.

In der Grenzwissenschaft gibt es den Gedanken – und wir markieren ihn ausdrücklich als Deutung, nicht als Tatsache –, dass Geschichte in großen Zyklen läuft. Dass Reiche, Mächte und sogar geistige Ordnungen in wiederkehrenden Bögen aufsteigen und vergehen. Wenn diese Theorie stimmt, dann ist Rom so etwas wie ein Knotenpunkt dieser Zyklen: die Stelle, an der das Alte sichtbar zerbricht, bevor etwas Neues beginnt. Vielleicht haben unsere Seher nicht ein einzelnes, datierbares Ereignis gesehen, sondern den immer gleichen Takt, in dem die Ewige Stadt zum Brennpunkt wird.

Sahen sie das Muster?

Bleiben wir bei dem, was steht. Acht Seher. Verschiedene Jahrhunderte. Ein Land – Italien. Eine Stadt – Rom. Und zweimal, von Sehern, die nichts voneinander wussten, dasselbe kaum vorstellbare Bild: ein Papst, der fliehen muss.

Der Petersplatz im ersten Morgenlicht – still, offen, wartend.
Der Petersplatz im ersten Morgenlicht – still, offen, wartend.

Vielleicht ist es eindrückliche Überlieferung. Und vielleicht – das ist die Frage, die diese Reihe nicht loslässt – haben sie den Punkt im großen Zyklus gesehen, an dem sich seit zweitausend Jahren das Schicksal Roms entscheidet. Sahen sie die Zukunft? Oder sahen sie das Muster? Sahen sie Physik?

Dieselben Seher beschrieben auch den großen Krieg am Rhein und das Erdbeben in Kalifornien. Wenn du den Abgleich Seher für Seher weiterverfolgen willst, findest du im vertiefenden Bereich die verbundenen Schauungen – ruhig geordnet, Zeuge neben Zeuge.

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